15. Januar 2026
Wie kann uns Künstliche Intelligenz besser machen, Gregor Schmalzried?

Während andere vor der KI-Apokalypse warnen, bleibt er optimistisch: In Podcasts, Kolumnen, Newslettern, Vorträgen und Workshops erklärt der Journalist Gregor Schmalzried der halben Republik, wie sich Künstliche Intelligenz weiterentwickelt und was wir damit anstellen können. Jetzt hat er ein Buch mit dem Titel „Wir, aber besser“ geschrieben. Grund genug für ein Interview.
Ein Interview von Wolfgang Kerler
Sieben Wege, wie KI uns besser machen kann, erläutert Gregor Schmalzried in seinem neuen Buch Wir, aber besser – das perfekte Thema für ein Gespräch zum Jahresauftakt, der Zeit der guten Vorsätze. Seine Gedanken reichen dabei von KI für den Einsatz im privaten Alltag über Fragen von Kreativität und gesellschaftlicher Teilhabe bis zur Bedeutung für KI für Wachstum und Wohlstand der Zukunft. Aktuell ist er insbesondere von Claude Code begeistert. Mit dem KI-Coding-Tool von Anthropic kann man in kürzester Zeit Software programmieren , die selbst komplexe Aufgaben übernimmt – und das ohne große Programmierkenntnisse.

1E9: Gregor, dein Buch Wir aber besser erzählt, wie wir alle mit KI besser werden können – als Einzelpersonen, in Unternehmen und sogar als Staaten. Das passt gut zum Jahresanfang: Viele nehmen sich bestimmt vor, 2026 „besser“ zu werden. Lass uns beim Individuum anfangen.
Wenn du einer KI-skeptischen Person begegnest, die sich bisher kaum mit KI beschäftigt hat: Was würdest du ihr sagen, wenn sie fragt, warum und wofür sie KI überhaupt nutzen sollte?
Gregor Schmalzried: Weil sie mit KI seit einigen Monaten einen digitalen Assistenten zur Verfügung hat, der von einem menschlichen Assistenten, der in irgendeinem Remote-Büro und alle Aufgaben am Computer erledigen kann, nicht mehr so weit entfernt ist. Ich habe gerade mit Hilfe von Claude Code meinen Jahresabschluss gemacht – Rechnungen, Papierkram, all das, was so anfällt. Wir reden also über Zeit, aber auch über Energie, die man sich spart. Das ist mittlerweile so enorm, dass, wenn man Leuten einfach mal zeigt, was schon geht, sie es meistens sehr schnell von alleine verstehen.
Da müssen wir gleich einen ersten kurzen Exkurs einschieben, weil du Claude Code erwähnt hast. Kollegen von mir haben sich da über Weihnachten reingefuchst und sind seitdem wie erleuchtet. Die sagen, das sei ihr richtiger „iPhone-Moment“ mit KI gewesen – obwohl sie seit Jahren fast nichts anderes als KI machen. Wie ist das bei dir?
Gregor Schmalzried: Es ist genau wie bei deinen Kollegen. Ich habe wirklich das Gefühl: Das ist das erste Mal seit ChatGPT, dass mich ein Tool komplett umhaut. Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, es gibt keine Limits mehr – oder das Limit bin einfach nur ich. Man arbeitet mit Claude Code und hat das Gefühl, man könnte ihm jede Aufgabe geben, die einem einfällt, und es würde es hinbekommen.
Das ist das erste Mal seit ChatGPT, dass mich ein Tool komplett umhaut.
Das Problem daran ist allerdings: ChatGPT hatte einen demokratisierenden Charakter. Das war ein Tool für alle. Das konnte jeder auch mit wenig Vorkenntnissen relativ gut nutzen. Claude Code ist zwar weniger kompliziert, als man denkt – aber allein dadurch, dass man es über die Kommandozeile benutzen muss und sich dabei ein bisschen fühlt wie ein Hacker, hat es eine natürliche Abschreckung eingebaut.
Und ich glaube, das steht sinnbildlich für das, was gerade passiert: Die besten KI-Tools werden zunehmend unzugänglicher, und die zugängliche KI wird zunehmend sloppy. Das ist eine ungute Entwicklung, weil die Chancen sich damit immer stärker auf die verteilen, die ohnehin schon relativ gut verstehen, was da passiert. Und diejenigen, die sich schwerer tun, bekommen im Vergleich immer schlechtere Software.
Die Entwicklung sollten wir also alle im Auge behalten. Aber zurück zum Individuum. Im Buch argumentierst du, dass man mit KI Kontrolle über den digitalen Alltag zurückgewinnen kann – im Kontrast zu Social Media, wo wir in endlosen Feeds hängen, die uns zwar entertainen, aber nicht unbedingt gut tun. Warum kommt KI für dich besser weg als Instagram oder TikTok?
Gregor Schmalzried: Für mich ist der Unterschied: Eine KI agiert nur, wenn ich sie prompte. Und dieser Prompt verlangt von mir etwas – zumindest ein Minimum an aktivem Engagement. Das legt die Kontrolle by design in unsere Hände. Und das ist für mich ein enormer Vorteil gegenüber dem: Ich lasse mich einfach dem ausliefern, was die Feeds mir liefern.
Die Social-Media-Plattformen, konkret die Kurzform-Video-Plattformen, simulieren nur noch aktives Engagement. Man hat das Gefühl, man macht was, indem man scrollt und ab und zu mal was klickt. Aber man macht eigentlich nichts mehr. Man ist passiv am Konsumieren.
Wir bleiben noch auf den Chancen von KI für Einzelpersonen, die aus deiner Sicht durch KI „gestärkt“ werden können. Klopfen wir das doch mal anhand eines konkreten Beispiels ab: an dir. Du bist Buchautor, Journalist, Berater – ein klassischer Einzelkämpfer in wissens- und kreativgetriebener Arbeit.
Hast du keine Angst, dass KI dich und andere in solchen Branchen überflüssig macht? Du leugnest im Buch ja nicht, dass Automatisierung Jobs nicht nur verändert, sondern auch ersetzt – wie die Hilfskräfte, die vor Excel in der Buchhaltung gearbeitet haben. Was macht dich optimistisch, dass Einzelkämpfer wie du in Summe eher profitieren als arbeitslos zu enden?
Gregor Schmalzried: Ich glaube natürlich, dass es negative Auswirkungen von KI geben wird. Das merke ich auch in meinem Alltag. Ich glaube nur, die sind besser kontrollierbar, als viele denken.
Ich war früher relativ gut im schnellen Durchlesen von Texten, im Skim Reading: einmal schnell durch und die wichtigsten Informationen rausziehen, auch bei langen Texten. Das ist auf dem Arbeitsmarkt nichts mehr wert im Jahr 2026. Das war mal eine interessante Fähigkeit – heute nicht mehr, weil das die KI besser macht.
Deswegen ergibt es für mich wenig Sinn, in dem Bereich zu konkurrieren. Stattdessen gucke ich: Was sind andere Bereiche, in denen es besser aussieht? Und ich glaube, die gibt es. Für jeden. Wir müssen uns verabschieden von der Vorstellung, dass wir alle nur eine Sache können und die bis zum Ende durchfahren. Wir haben verschiedene Fähigkeiten, Talente, Steckenpferde – und manche davon sind gerade vielversprechender als andere.
Werden wir konkreter. Du sagst an einer Stelle sinngemäß, dass Einzelkämpfer plötzlich mit Konzernen mithalten können. Das klingt nach einer steilen These – wie soll das konkret gehen?
Gregor Schmalzried: Ich glaube da fest daran. Das beste Beispiel ist wahrscheinlich wirklich Compliance, Papierkram, Büroassistenz. Ich hab selbst vor ein paar Jahren eine GmbH gegründet. Unfassbar, wie viel Zeug ich gewälzt habe, nur um im Entferntesten zu verstehen, was da eigentlich los ist. Wenn ich heute eine Frage habe, stelle ich die Gemini, der geht kurz durchs Internet und gibt mir eine super Antwort. Man hat eine Basis von Wissen und Unterstützung, die vorher nur größere Institutionen hatten.

Dazu kommt der Vorteil des Tempos: Große Unternehmen sind oft am langsamsten, sich in diese neue Realität einzufinden. Wenn man alleine arbeitet, hat man keinen Betriebsrat, der Fragen stellt. Man hat keine 50 Compliance-Officer, die nochmal nachfragen, ob das alles in Ordnung ist. Natürlich muss man sich an Gesetze halten – klar. Aber man muss nicht für jede Software, die ausgerollt werden soll, durch einen einjährigen Prozess. Das ist ein massiver Vorteil, weil man vom Entwicklungstempo bei KI profitiert, indem man einfach mal macht.
Das führt zu kleinen Teams, Start-ups, kleinen Unternehmen. Hast du spezielle KI-Ratschläge für 2026 – gerade für die, die noch nicht wirklich „AI-first“ arbeiten?
Gregor Schmalzried: Ich sehe jetzt schon, dass sich viele als AI-first positionieren und glaubhaft sagen können: Bei uns bekommt ihr das, was ihr früher bei einer deutlich größeren, teureren Firma bekommen habt – aber in der gleichen Zeit und für weniger Geld. Das passiert zum Beispiel schon im im Content-Agenturbereich. Ich glaube, wir werden ähnliche Entwicklungen auch anderswo sehen.
Das klingt, als würden große etablierte Unternehmen unter Druck geraten. Gerade in Deutschland wirken viele aber ohnehin ziemlich gestresst: schleppende Digitalisierung – Stichwort: Faxgeräte – und dazu die seit Jahren andauernde wirtschaftliche Stagnation. Du beschreibst in deinem Buch, dass KI in großen Unternehmen oft nur als „Secret Cyborgs“ stattfindet. Was heißt das – und warum ist das ein Problem?
Gregor Schmalzried: Der Begriff kommt von Ethan Mollick, einem Professor in den USA. Er hat festgestellt: Die größten KI-Enthusiasten in großen Unternehmen haben oft keinen Grund, anderen von ihrem KI-Einsatz zu erzählen. Denn KI-Kompetenz wird dort nicht belohnt, sondern oft sogar bestraft. Wenn man Prozesse automatisiert, kann man die eigene Arbeit vielleicht besser und in der Hälfte der Zeit machen. Warum sollte man das mit seiner Führungskraft teilen, wenn man dann einfach nur doppelt so viel Arbeit aufgehalst bekommt?
Das ist ein Problem, das viele Konzerne haben. In großen Unternehmen gibt es gewachsene Strukturen. KI-Einsatz ist erst mal ein Risiko, etwas Neues, etwas, mit dem man sich nicht wohlfühlt. Es funktioniert auch oft nicht so, wie die klassische deutsche Ingenieursseele sich ein technologisches Programm vorstellt – deterministisch, planbar, sauber.
In fast jedem Unternehmen gibt es Leute, die total interessiert sind, privat rumtüfteln, Lust haben.
Aber wir sind abhängig davon, ob wir wollen oder nicht. Und meine Erfahrung in Projekten: In fast jedem Unternehmen gibt es Leute, die total interessiert sind, privat rumtüfteln, Lust haben. Denen wird aber nicht der Raum gegeben, das auf Unternehmensebene auszuspielen. Man lässt sie in der Ecke – und wartet darauf, bis irgendein Vertriebler von einem großen Softwareanbieter kommt und sagt: „Ich gebe euch jetzt die KI.“
Was am besten funktioniert, ist: diejenigen empowern, die sowieso schon weiter sind, und dann den Rest der Belegschaft mitnehmen lassen.
Wie würdest du Führungskräften aus risikoaversen Unternehmen KI schmackhaft machen?
Gregor Schmalzried: Was am besten funktioniert, ist eine simple Hands-on-Demonstration. Nicht mit Slides und Zukunftsvisionen kommen. Sondern sagen: Ihr möchtet ein Problem lösen – hier löse ich das mit KI.
Meine Erfahrung ist: Die meisten Führungskräfte haben noch keine Ahnung, was gerade möglich ist. Kein bisschen. Aber wenn man einmal sieht, dass es bei KI auch nur darum geht, der Maschine zu sagen, was sie tun soll, dann erkennen sie: Moment, das können wir ja wohl auch! Besonders, wenn man es mit der Information verbindet, dass die Konkurrenz es vielleicht schon nutzt. Der größte Motivator ist leider oft: Jemand anders macht das auch.
Wenn wir noch weiter rauszoomen: Wo siehst du Chancen speziell für die deutsche Industrie?
Gregor Schmalzried: KI ist in erster Linie ein Verstärker. Wenn ich mich in einem Bereich sehr gut auskenne – sagen wir: Automobilproduktion, weil das mein Thema ist seit Jahrzehnten –, dann kann KI ein Verstärker sein. Sie kann das Wissen, das in deutschen Unternehmen über Jahrzehnte aufgebaut wurde, zugänglicher machen. Dann kommen alle schneller ans Ziel und das Wissen wird übertragbar auf andere Projekte. So einen AI-Layer über klassische Industrien zu ziehen, ist ein ziemlicher No-Brainer – und kann trotzdem zur Erfolgsgeschichte werden.
Dafür braucht man aber Digitalisierung als Grundlage. Sonst bleibt’s Theorie, oder?
Gregor Schmalzried: Ja. Digitalisierung ist eine Voraussetzung. Die, die vor ein paar Jahren schon eine Datenstrategie hatten, sind besser aufgestellt. Wer nicht genug digitalisiert ist, dessen Prozesse bleiben manuell und schwerfällig – und dann hat man nicht nur den Nachteil von gestern, sondern auch den nächsten Nachteil.
Viele Unternehmen sind zusätzlich verunsichert durch den EU AI Act. Du schreibst, er schaffe eher Unsicherheit als Klarheit. Wäre ein möglicher Jahresvorsatz 2026 für die Europäische Union, den AI Act abzuschaffen?
Gregor Schmalzried: Ihn jetzt wieder abzuschaffen würde für noch mehr Unsicherheit sorgen. Man sollte lernen aus dem, was schiefgegangen ist: Über zu lange Zeit wurde Energie in Regulierung gebündelt, als man sie woanders hätte bündeln sollen – nämlich in Bauen und Zur-Verfügung-Stellen von neuer Technologie.
Viele Gründer waren drei Jahre damit beschäftigt, nach Brüssel zu reisen und zu verhindern, dass ihr Geschäftsmodell verboten wird.
Viele Gründer waren drei Jahre damit beschäftigt, nach Brüssel zu reisen und zu verhindern, dass ihr Geschäftsmodell verboten wird. Das ist ein Druck, den Gründer in anderen Regionen nicht hatten. Und man muss sich eingestehen: Teile des Versprechens sind offensichtlich nicht eingetreten. Wir haben keinen KI-Boom wegen des AI Acts. Wir haben auch keine breite Rechtssicherheit – man sieht es daran, dass Gerichte immer noch an der Frage hängen, ob große Sprachmodelle mit urheberrechtlich geschützten Daten trainiert werden dürfen. Das ist nicht geklärt.
Wir haben gerade im Bereich Bürgerrechte ein gutes Regelwerk, darüber bin ich happy. Jetzt sollte man Unternehmen unterstützen, die existierenden Regeln pragmatisch umzusetzen – aber bitte nicht noch mehr ausdenken.
Du vergleichst KI mit Elektrizität: Wertschöpfung entsteht vor allem dort, wo sie eingesetzt wird. Das ist für die europäische Wirtschaft eine gute Nachricht, denn sie kann von KI massiv profitieren, auch wenn die aus den USA oder China kommt. Gleichzeitig sagst du aber: Europa muss selbst KI entwickeln, nicht nur Regelwerke. Wie passt das zusammen?
Gregor Schmalzried: Auch Elektrizität muss ja irgendwo herkommen. Wenn morgen ein Land auftauchen würde und sagt: „Wir liefern euch allen Strom, ihr müsst in Europa keinen mehr produzieren“, dann würden wir sagen: Da gibt es möglicherweise ein Problem...
So ist es mit KI auch. Selbst wenn die KI im Alltag nicht größtenteils in Europa gebaut wird, gehört es zur Sicherheit einer souveränen Gesellschaft, dass man weiß, wie man diese wichtigste Technologie der Zukunft selbst herstellt.
Und wie kann Europa das gewährleisten?
Gregor Schmalzried: Es gibt großartige Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Europa, die prädestiniert dafür sind. Die brauchen Unterstützung, Geld, Rückhalt. Ich glaube, es muss nicht sein, dass wir fünf oder sechs große Foundation-Modelle entwickeln. Eines würde vermutlich genügen.
Die Kunst ist, das nicht wie bei anderen europäischen Digitalprojekten wie GAIA X in einem endlosen Bürokratieprozess zu zerreiben, sondern zu sagen: Hier sind die Leute, die das können. Hier ist die Unterstützung. Wir lassen die jetzt mal machen.
Wir sollten von den Amerikanern lernen.
Und ich glaube auch: Wir sollten von den Amerikanern lernen. Die verstehen, wie man nicht nur ein State-of-the-Art-Foundation-Modell baut, sondern viele – und wie man Wettbewerb erzeugt. Statt alles zu verteufeln, was in den USA passiert, sollten wir schauen: Was können wir von deren Methodik mitnehmen?
Wenn wir auf Deutschland schauen: Welche Maßnahme würde 2026 am meisten bringen, damit wir von KI profitieren – auch politisch?
Gregor Schmalzried: Wahrscheinlich eine Maßnahme, die gar nicht direkt mit KI zu tun hat: Stromkosten runter. Das wird in den USA und China ernster genommen. Wir brauchen Rechenzentren, also sollte Strom billiger werden, damit es sich lohnt, die richtig zu betreiben. Ich glaube, das ist der größte Hebel.
Kulturell muss man Mut haben, den Weg freizumachen für Unternehmen mit zukunftsfähigeren Produkten und Geschäftsmodelle – und nicht Unternehmen, die sich schwer tun, „Galeria-Kaufhof-Style“ zehnmal um die nächste Ecke zu retten.
Und das Klima? Wenn Strom billiger wird und wir überall Rechenzentren bauen – macht KI dann nicht unsere ganzen Klimaschutzanstrengungen zunichte?
Gregor Schmalzried: Nicht, wenn wir Strom aus der richtigen Quelle beziehen. Das ist ja das Schöne an Strom: Der lässt sich leichter grün gestalten als Benzin.
Das größere Risiko für den Klimaschutz ist eher, dass eine Volkswirtschaft, die weniger Interesse an Klimaschutz hat, in Sachen KI völlig an uns vorbeizieht, uns wirtschaftlich in den Schatten stellt – und wir dann unsere Werte nicht mehr durchsetzen können. In KI zu investieren, ist also auch eine gute Maßnahme, um auch das Klima schützen zu können.
Am Ende des Buches schreibst du: Du glaubst fest daran, dass generative KI mehr Gutes als Schlechtes bringen kann. Woher nimmst du diesen Optimismus?
Gregor Schmalzried: Ich nehme den von mir selber. Ich merke, dass ich viel mehr gebacken kriege, seit es generative KI-Systeme gibt und seit ich mich intensiv damit beschäftige. Und ich bin großer Fan der Menschheit und des Menschen, auch jedes Individuums. Ich finde es toll, wenn wir mehr machen können als vorher.
Blick nach vorn: Was erwartest du im KI-Jahr 2026?
Gregor Schmalzried: Ich glaube, wir werden so etwas wie autonome Kollegen erleben – aber beschränkt auf diejenigen, die sich da tief reinknien wollen. Diese Vorstellung, dass jeder Wissensarbeiter vor dem PC sitzt und Agenten koordiniert: Das passiert nicht. Nicht, weil es technisch unmöglich ist, sondern weil das Risiko zu groß ist, wenn etwas schiefgeht, und weil die Hürden auf der menschlichen Seite noch hoch sind. Nicht jeder kann auf einmal mit so Systemen umgehen.
Ich glaube, wir werden so etwas wie autonome Kollegen erleben.
Aber diejenigen, die das können, werden ziemlich davon düsen. Ich kann mir vorstellen, dass wir 2026 mit einer neuen Selbstverständlichkeit sehen, dass einzelne Leute ihre Agentensysteme parallel 24/7 laufen lassen und nicht mehr so viel darüber nachdenken, was da passiert.

Wolfgang Kerler
Chefredakteur
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Überschrift 3
Cooler Artikel!

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