9. Februar 2026
Warum ihr die französische Sci-Fi-Serie Missions nachholen solltet

In Frankreich gilt die 2017 gestartete Science-Fiction-Serie Missions als ein Kleinod der dortigen Film- und Fernsehindustrie. In Deutschland kennt hingegen kaum jemand die Geschichte um eine mysteriöse Mission zum Mars. Dabei lohnt sie sich – denn sie kombiniert gekonnt echte Raumfahrambitionen, Popkultur und Mystery. Die Serie ist jetzt komplett auf Amazon Prime Video verfügbar.
Von Michael Förtsch
Der US-amerikanische Milliardär Elon Musk ist verrückt nach dem Mars. Und es besteht zumindest eine kleine Chance, dass sein Raumfahrtunternehmen SpaceX als erstes einen Menschen auf dem roten Planeten landen lässt. In der Welt von Missions passiert das fast genauso. Dort scheint es allerdings, als würde der gutherzige und reiche Schweizer William Meyer derjenige sein, der es der Menschheit ermöglicht, endlich einen Fuß in den roten Staub des vierten Planeten unseres Sonnsystems zu setzen. Mit seiner Firma Meyer Corp finanziert er die Mars-Mission Ulysses 1 der europäischen Raumfahrtagentur ASE. Im Gegenzug ist er Teil der paneuropäischen Crew, die unter anderem den Ingenieur Yann Bellocq, den IT-Fachmann Basile Verhoeven und die Biologin Eva Müller umfasst. Die Mannschaft steht kurz davor, Geschichte zu schreiben, als sie eine vernichtende Antwort erhält.
Nach dem rund zehn Monate dauernden Flug durch den Kosmos müssen sie jedoch erfahren, dass sie nicht als Erste auf dem Mars landen werden. Sie wurden knapp von einer US-amerikanischen Mission mit einem schnelleren Raumschiff überholt. Diese wird vom unheilbar kranken und mittlerweile in einem komatösen Dauerschlaf befindlichen Gründer der Technologiefirma Zillion gesponsort. Allerdings hat der Leiter der US-Mission nach der Landung eine verstörende Meldung an die Erde zurückgesendet, die nur bruchstückhaft übertragen wurde. Sie lautet: „Kommen Sie nicht her, um uns zu retten! Es ist zu gefährlich.“ Die Europäer entscheiden sich, diese Warnung zu ignorieren. Nicht nur, weil sie bereits so viele Strapazen auf sich genommen haben. Sie wollen auch herausfinden, was mit den amerikanischen Astronauten geschehen ist – und, falls noch jemand lebt, diejenigen von dem roten Felsbrocken bergen.
Als sich die Mannschaft auf die Suche nach dem amerikanischen Schiff begibt, macht sie eine Entdeckung, mit der sie nicht gerechnet hat. Im Sand liegend finden sie einen Mann in einem Raumanzug. Aber der ist kein Amerikaner. Sondern der sowjetische Kosmonaut Vladimir Mikhailovich Komarov, der einst Teil des sowjetischen Raumfahrtprogramms war. Soweit, so sonderbar. Noch irritierender ist jedoch, dass der Kosmonaut eigentlich im Jahr 1967 beim ersten Flug einer Sojus-Kapsel ums Leben gekommen ist. Als sich nach dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre der Fallschirm seiner Kapsel nicht öffnete, zerschellte Komarov mit dieser auf dem Boden– er war der erste Mensch, der bei einer Raumfahrtmission starb. Davon weiß der Mann im Raumanzug aber nichts. Er glaubt, er wäre von Soldaten des kapitalistischen Klassenfeindes gefunden und gefangen genommen worden.
Zurück zum Mars
Zugegeben, man sieht Mission durchaus an, dass es keine Hochglanz-Serie aus Hollywood ist. Die Effekte erinnern zuweilen an Videospielgrafik, die Raumanzüge sind nicht sonderlich überzeugend und manchmal ist es recht offensichtlich, dass Teile der Agafay-Wüste in Marokko als Marsumgebungen herhalten mussten. Auch fragt man sich immer wieder, wie es ausgerechnet diese Mannschaft in ein Raumschiff geschafft hat, so unausgeglichen, unüberlegt und emotional, wie diese sich zum Teil präsentiert. Einige von ihnen scheinen vollkommen untauglich für die Belastungen einer Raumfahrtexpedition. Da wird gleich zu Beginn eine Affäre angefangen und wild über Nichtigkeiten gestritten. Aber das kann man der Serie dennoch verzeihen. Denn die mysteriöse Handlung rückt schnell in den Vordergrund und schafft es, einen einzufangen.
Ehe man sich versieht, ist die erste Staffel vorüber. Die zweite Staffel setzt, was jetzt kein großer Spoiler ist, fünf Jahre nach deren Ende an und beginnt mit einer Rückkehr zum Mars – es geht um eine Bergungsmission. Die abschließende dritte Staffel führt einen neuen Erzählstrang ein, knüpft aber dennoch an die ersten beiden Staffeln an. Als eines der Mitglieder der Rettungsmission in einer Kapsel zur Erde zurückkehrt, scheint ihn dort niemand mehr zu kennen. Und noch merkwürdiger: Auch von einer Mission zum Mars hat dort noch nie jemand etwas gehört.
In der französischen Serie werden klassische Science-Fiction-Elemente, die stark an Arthur C. Clarke und Isaac Asimov angelehnt sind, mit modernen Mystery-Ansätzen verbunden, die an Serien wie Lost und 4400 denken lassen. Insbesondere die stete Unsicherheit hinsichtlich der realen Motivation mancher Figuren und der Frage, was sie wohl zu dem gemacht und gebracht hat, was sie sind und was sie tun, ist prägnant und einschneidend. Dabei arbeitet sich Missions ebenso an Theorien ab, die sich nach der Entdeckung der Marskanäle durch Giovanni Schiaparelli oder dem Marsgesicht entwickelten. Gleichzeitig greift die Serie das ganz reale Wettrennen auf, als Erster zum roten Planeten zu gelangen. Dadurch wirkt Missions ziemlich zeitaktuell und nostalgisch zugleich.
Next ist derzeit kostenfrei für Amazon-Prime-Mitglieder auf Amazon Prime Video verfügbar.

Michael Förtsch
Leitender Redakteur
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Überschrift 3
Cooler Artikel!

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Die Serie fand ich auch genial. Gibt's übrigens auch auf filmfriend https://www.filmfriend.de/en/pages/home für alle, die einen Bibliotheksausweis haben :)