13. Januar 2026
Nachklapp zur CES 2026: Neun Tech-Neuheiten, die in die Zukunft weisen

Die Technikmesse CES, die vergangene Woche in Las Vegas stattfand, war wieder ein Spektakel: neue KI-Gadgets ohne Ende, Roboter, Autos, Smartphones und so weiter wurden vorgestellt. Wie jedes Jahr stellt 1E9 eine Auswahl an Neuheiten vor, die mehr sind als nur Updates bestehender Produkte.
Von Michael Förtsch und Wolfgang Kerler
Natürlich war Künstliche Intelligenz das Überthema bei der diesjährigen CES in Las Vegas. Kaum ein Gerät, das nicht mit einem KI-Chatbot oder einem großen Sprachmodell ausgestattet wurde, um es dort zu präsentieren. Da wir bei 1E9 aber ohnehin ständig über KI berichten, haben wir bei unserer CES-Nachlese aus den Tausenden von Neuheiten andere Innovationen herausgesucht, die aus unserer Sicht zukunftsweisend sind. Wer nach den besten Laptops, Fernsehern oder Kopfhörern der CES sucht, wird allerdings enttäuscht, die findet ihr woanders.
Clicks Communicator: Der Blackberry der Zukunft?
Vor vier Jahren hat Blackberry die Produktion von Smartphones eingestellt. Viele vermissen die Smartphones des kanadischen Unternehmens. Vor allem wegen ihrer Tastatur. Das Start-up Clicks will diese zurückbringen – wenn auch nur in Form von Zubehör. Bereits im vergangenen Jahr brachte das Unternehmen Hüllen auf den Markt, mit denen sich iPhone- und einige Android-Telefone mit einer Tastatur nachrüsten lassen. Mit dem Clicks Communicator kommt nun ein ganzes Smartphone, das sich am Blackberry-Konzept orientiert und dennoch ganz eigen sein soll.
Den Entwicklern zufolge ist der Communicator in erster Linie als ablenkungsfreies Produktivitäts- und Kommunikationswerkzeug gedacht. Zwar ist es ein Android-Gerät und unterstützt dadurch alle Android-Apps. Es ist jedoch auf die Nutzung von Messenger-, E-Mail- und Chatdiensten wie WhatsApp, Signal, Slack und Gmail optimiert. Dafür gibt es einen speziellen Kommunikationsübersichtsschirm und eine LED am Gerät, die durch Farben signalisiert, ob und wer gerade etwas von einem will. Darüber hinaus soll der Communicator als Diktier- und Transkribiergerät funktionieren.
Unser Urteil: Es gibt viele Gründe, warum es Blackberry nicht mehr gibt – aber die Tastatur war es sicher nicht. Dabei wünschen sich viele ein Comeback der physischen Tastaturen. Außerdem freuen wir uns, dass wieder mehr Experimentierfreude im Smartphone-Markt zu sehen ist.
Flint Paper Battery: Eine Batterie aus Papier

Das in Singapur ansässige Start-up Flint arbeitet bereits seit mehreren Jahren an einer neuartigen und umweltschonenden Batterie. Diese wurde bereits im letzten Jahr enthüllt. Auf der CES wurde nun die Produktion angekündigt: Es handelt sich um eine Papierbatterie, wie Flint sie nennt. Ihr Hauptbestandteil ist Zellulose, die auch für die Papierherstellung verwendet wird. Hinzu kommen Zink, Mangan und ein Elektrolyt auf Wasserbasis. Die Batterie gleicht einem kleinen Kissen und soll nach ihrem Lebensende einfach auf den Kompost geworfen werden, wo sie innerhalb weniger Wochen zerfallen soll.
Flint zufolge soll die Batterie in vielen Bereichen eingesetzt werden. Dazu zählen Smartphones, Laptops, Elektroautos und die Luft- und Raumfahrt. In letzterem Bereich soll die Batterie einen erheblichen Vorteil haben, da sie weder in Brand geraten noch explodieren kann. Darüber hinaus soll sie in der Produktion um die Hälfte günstiger sein als Lithium-Ionen-Batterien. Allerdings hat sie auch Nachteile. Bei gleicher Größe ist ihre Kapazität 30 Prozent niedriger als die einer Lithium-Ionen-Batterie. Ihre Lebensdauer soll sogar um 40 Prozent kürzer sein. Interessenten für die Batterie gibt es bereits. Unter anderem Amazon, das sie in seinen Kindle-E-Readern einsetzen könnte.
Unser Urteil: Batterien zu entsorgen, kann ganz schön nervig sein – vor allem alte Laptop- und Smartphone-Akkus. Es wäre ein guter Kompromiss, wenn sie sich einfach ausbauen ließen und dann auf den Müll geworfen werden könnten, selbst wenn ihre Lebensdauer nicht ganz so lang wäre.
GeoWind: Eine etwas andere, faltbare Windturbine

Vor lauter KI-Gadgets und humanoiden Roboter gingen Innovationen für eine nachhaltigere Zukunft auf der CES in diesem Jahr fast unter. Eine Ausnahme machte die Windturbine GW1200, die das koreanische Start-ups GeoWind an einem sehr bescheidenen Stand präsentierte. Sie setzt nicht auf klassische Rotorblätter, sondern auf eine Gitterkonstruktion aus Dreiecken, die den Wind einfängt – und das selbst bei besonders niedrigen und besonders turbulenten Windgeschwindigkeiten. Das modulare System ist faltbar und portabel, lässt sich also an vielen Orten installieren. Dafür gab’s einen CES Innovation Award.
Unser Urteil: Nach dem Erfolg der Balkon-Solarkraftwerke – wieso nicht auch neue Ideen für kleine Windkraftanlagen ausprobieren, die sich überall aufstellen lassen!
Roborock Saros Rover: Ein zweibeiniger Staubsaugerroboter

Staubsaugerroboter, die Treppen steigen können, gab’s bereits auf der CES. Aber dieses Jahr brachte Marktführer Roborock mit dem Saros Rover ein Modell mit, das zwei Beine mit Rädern hat – und die Treppenstufen auch noch putzen kann!
Unser Urteil: Ja, die humanoiden Roboter kommen langsam, aber sicher (siehe unten). Doch der jahrzehntealte Traum vom Haushaltsroboter wird vielleicht zuerst mit kleineren, weniger komplexen und vor allem deutlich günstigeren Maschinen Wirklichkeit.
Vom Staubsauger zum Elektroauto: Nebula Next 01 Concept
Vor einigen Jahren arbeitete der Staubsauger-Pionier Dyson an einem eigenen Elektroauto, gab das Projekt dann jedoch auf. Ein chinesischer Hersteller von Staubsaugern, Mährobotern und Klimaanlagen hatte die gleiche Ambition, hat diese im Unterschied zu Dyson nun aber tatsächlich verwirklicht. Auf der CES präsentierte das Unternehmen mit dem Nebula Next 01 Concept seine Vorstellung eines elektrischen Supersportwagens. Dieser sorgte mit seiner Optik und den präsentierten Leistungswerten durchaus für Staunen.
Der Nebula Next 01 Concept scheint von Autos wie dem McLaren Artura inspiriert zu sein. Er ist flach, hat leicht geschwungene Kurven und – für einen solchen Wagen eher ungewöhnlich – vier Türen. Vier Elektromotoren mit zusammen 19.000 PS sollen den Elektrosportwagen in 1,8 Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit? Noch ein Geheimnis. Ebenso wie der Preis. Auf den Markt kommen soll der Wagen jedoch erst 2027.
Unser Urteil: Ein Auto von einem Staubsaugerhersteller? Das zeigt, wie durchlässig die Industrie inzwischen ist und wie sehr sich Fahrzeuge zu Technologieprodukten entwickeln. Eine spannende Entwicklung!
Nvidia und Mercedes: Gemeinsam in Richtung autonomes Fahren
Seit Jahren wird darüber geredet, 2026 könnte laut Nvidia-Chef Jensen Huang tatsächlich das Jahr sein, in dem der Übergang zu autonomen Autos stattfindet. Das sagte er auf der CES – und war dabei natürlich nicht unvoreingenommen. Denn zusammen mit dem deutschen Autobauer Mercedes-Benz stellte der Chip-Hersteller seine KI-Lösung für autonomes Fahren vor: Im neuen Mercedes CLA ist erstmals die DRIVE AV-Software von Nvidia an Bord, die eine Level-2-Fahrassisenzfunktion ermöglicht. Das heißt, das Auto übernimmt damit selbstständig Gas, Bremse und Steuer, der Fahrer muss die Augen aber weiterhin auf der Straße und die Hände am Lenkrad haben, um jederzeit eingreifen zu können.
Nun werden auf der CES seit Jahren vollmundige Ankündigungen rund ums autonome Fahren gemacht. Doch der MB.DRIVE ASSIST PRO, wie das Feature bei Mercedes genannt wird, ist in China bereits erhältlich und demnächst auch in den USA. Bei Testfahrten mit den Level-2-CLAs in San Francisco konnte das System außerdem überzeugen. Tesla sollte sich Sorgen machen, urteilten die Kollegen von The Verge. Insgesamt fiel der Auftritt deutscher Autobauer bei der CES dieses Jahr übrigens zurückhaltender aus.
Unser Urteil: Ohne zu großen Hype, mit ordentlich Sensoren und ausgereifter Technik lässt sich die Zukunft des autonomen Fahrens auch erschließen. Dass Nvidia dabei mit einem deutschen Hersteller kooperiert, ist umso besser!
Neura Robotics: Deutschlands Player im Roboter-Zirkus

Roboter, gerade in humanoider Form, waren auf der CES 2026 sogar noch präsenter als in den Vorjahren. Ob sie jetzt wirklich vor dem Durchbruch, sprich: dem Einzug in den Alltag, stehen oder nicht, darüber war sich die Berichterstattung noch uneinig. Sicher ist aber, dass in den nächsten Monaten und Jahren eine Flut an neuen Produkten auf den Markt kommen wird. Das inzwischen zu Hyundai gehörende Boston Dynamics, das als Pionier der humanoiden Robotik gilt, stellte jedenfalls die Serienversion seines Atlas-Roboters vor, dessen Produktion jetzt beginnt. Ein erster Einsatzort sollen Automobilfabriken sein.
Für den Einsatz im Haushalt konzipiert ist der Humanoide CLOiD von LG, der auf der CES Wäsche gewaschen, das Frühstück vorbereitet oder Croissants in den Ofen gesteckt hat. Auch andere Unternehmen präsentierten Humanoide für die Hausarbeit. Und auch die deutsche Robotik-Hoffnung Neura Robotics, deren CEO David Reger auch schon bei unserem Festival der Zukunft mit dem Deutschen Museum dabei war, zeigte in Las Vegas neue Produkte: Der vierbeinigen Erkundungsroboter Quadruped Robot soll sich auch auf anspruchsvollem Terrain und in komplexen Umgebungen zurechtfinden. Der ebenfalls neue 4NE1 Mini stellt, wie der Name schon sagt, die Miniaturversion des Humanoiden 4NE1 da.
Unser Urteil: Ob und wie sich humanoide Roboter im Praxiseinsatz dauerhaft bewähren, bleibt noch abzuwarten. Aber gut, dass auch deutsche Entwicklungen weltweit Aufmerksamkeit bekommen!
LEGO Smart Brick: Der intelligente Baustein

Ganz ohne KI kommt die CES-Produktneuheit aus, die besonders viel positives Medienecho bekommen hat: der Smart Brick von Lego. Dabei handelt es sich um einen Legostein, der über einen Lautsprecher und LED-Lichter verfügt und in dem ein Chip, Sensoren, ein Akku und sogar ein Mini-Synthesizer zur Geräuscherzeugung verbaut sind. Damit sollen sich die eigenen Legokonstruktionen zum Leben erwecken lassen, verspricht der dänische Hersteller.
Der Brick, ein Teil des neuen „Lego Smart Play“-Systems, braucht keine komplizierte Steuerung, sondern wird in Verbindung mit anderem smartem Zubehör genutzt – mit Mini-Figuren und sogenannten Smart-Tags, also kleinen Legofließen mit Chips. Mithilfe der „Neighbour Position Measurement“-Technologie von Lego erkennt der Smart Brick Lage, Position und Geschwindigkeit dieses Zubehörs. Auch kann man ihm per Tag verraten, in was für eine Konstruktion er gerade verbaut ist, ob in einem Auto oder einem Hubschrauber, zum Beispiel. Der Smart Brick erzeugt dann die passenden Sounds, Lichteffekte und Reaktionen auf Bewegungen. Der Motor des Lego-Autos brummt, das Polizeiauto bekommt ein Blaulicht – und der Crash, wenn es umkippt, die passende Sound-Untermalung.
Unser Urteil: Auch ein so altes Erfolgsprodukt wie der normale Legostein lässt sich neu erfinden, ohne dass es dafür Apps, Softwareupdates und andere digitale Layer braucht!
IKEA Sjöss: USB-C-Ladegerät zum unschlagbaren Preis

Auch das schwedische Möbelhaus IKEA war auf der CES vertreten. Seit einigen Jahren erweitert es sein Sortiment nämlich auch um elektrische und smarte Gerätschaften. Dazu gehören ein Smart-Home-Hub, Lautsprecher, Luftreiniger und vieles andere mehr. Das Gerät, das jedoch dieses Jahr am meisten Aufsehen erregt hat, war das simpelste: Mit dem Sjöss verkauft IKEA jetzt ein USB-C-Ladegerät. Das ist an sich nichts Besonderes. Es ist minimalistisch gestaltet, weiß, etwas klobig und verfügt über eine Buchse für ein Kabel.
Die Basisvariante liefert 20 Watt, was für Smartphones, Smartwatches und Kopfhörer und die meisten Tablets ausreicht. Für Laptops brauchtes hingegen die 65-Watt-Variante. Bemerkenswert an Sjöss ist der Preis: Die Basisvariante kostet nur 4 Euro, die 65-Watt-Variante 12,99 Euro. Das setzt etablierte Hersteller unter Druck. Denn diese bieten ihre USB-C-Ladegeräte meist deutlich teurer an. Um den Niedrigpreis zu ermöglichen, verzichtet IKEA auf Zwischenhändler und nutzt günstige Silizium-Komponenten statt teurerer aus Galliumnitrid, die kompaktere Formfaktoren ermöglichen würden
Unser Urteil: IKEA beweist, dass essentielle Technik auch günstig sein kann. Was will man mehr!

Wolfgang Kerler
Chefredakteur
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