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18. Februar 2020

Jeff Bezos will mit einem Milliarden-Fonds die Klimakrise bekämpfen


Mit dem Bezos Earth Fund hat der reichste Mensch der Welt nun einen Fonds gegründet, um die Klimakrise zu bekämpfen. Jeff Bezos stellt damit 9,25 Milliarden Euro bereit. Das Geld soll sowohl Forschern, Aktivisten als auch Nichtregierungsorganisationen zu kommen.


Von Michael Förtsch


Rund 120 Milliarden Euro beträgt das Privatvermögen von Amazon-Gründer Jeff Bezos, der zuletzt vor allem mit teuren Privatangelegenheiten für Schlagzeilen gesorgt hat. Unter anderem mit dem Kauf eines 152-Millionen-Euro-Anwesens in Los Angeles und einer 21 Millionen Euro teuren Stadtvilla in Washington DC. Dazu kamen Parkstrafgebühren in Höhe von 16.000 US-Dollar, die seine Handwerker angesammelt haben. Und erst im vergangenen Jahr hatten sich Jeff Bezos und die Schriftstellerin MacKenzie Bezos getrennt, der dabei 35 Milliarden Euro des Ehevermögens zukamen, das sie zur Hälfte spenden will. Daher erntete Jeff Bezos viel Spott als er lediglich 620.000 Euro bereitstellte, um Bemühungen zur Eindämmung der Buschfeuer in Australien zu unterstützten.


Nun kündigte Bezos jedoch auf Instagram an, mit einem sichtbaren Teil seines Vermögens den Kampf gegen die Erderhitzung zu fördern. „Der Klimawandel ist die größte Bedrohung für unseren Planeten“, schrieb der US-Milliardär. Er wolle daher mit anderen zusammenarbeiten, um sowohl bekannte Wege zur Bekämpfung der verheerenden Auswirkungen zu beschreiten als auch neue Wege zu finden, wie der Klimawandel gestoppt werden kann. Daher habe er den so genannten Bezos Earth Fund gegründet, der mit 10 Milliarden US-Dollar – also rund 9,25 Milliarden Euro – aus seinem Privatvermögen ausgestattet ist.


Der Fonds sei eine globale Initiative. Mit dem Geld sollen daher weltweit Projekte von Aktivisten, Wissenschaftlern oder Nichtregierungsorganisationen unterstützt werden. Wie und nach welchen Kriterien förderwürdige Unternehmungen ausgewählt werden, das ist bisher nicht bekannt. Doch bereits ab dem Sommer sollen erste Fördergelder ausgezahlt werden. „Wir können die Erde retten“, schreibt Bezos. „Die Erde ist das Einzige, was wir alle gemeinsam haben – lasst sie uns gemeinsam schützen.“


Was ist mit Amazon?


In seinem Instagram-Post schreibt Bezos, dass die 10 Milliarden US-Dollar „der Anfang“ wären. Später könnte er also weitere Milliarden zur Förderung von Projekten bereitstellen. Aber wie der Amazon-Gründer anführt, bräuchte es mehr als nur sein Geld. Den Klimawandel in den Griff zu kriegen, wäre, wie er schreibt, ein kollektives Unterfangen bei dem auch große und kleine Unternehmen, Staaten, Organisationen und Einzelpersonen mitziehen müssten. Ob sich die Verpflichtung von Jeff Bezos auch auf die Firmenpolitik von Amazon auswirkt, bleibt abzuwarten.


Ende Januar hatten mehrere Hundert Amazon-Mitarbeiter in einem öffentlichen Brief an Bezos und die Amazon-Chefs umfassend Kritik am Versand- und Tech-Unternehmen geäußert. In einem Blog-Post hatten sie gemeinsam als Amazon Employees for Climate Justice kritisiert, dass die von Amazon gesteckten Klima- und Umweltschutzziele nicht weit genug gehen würden. Seit der Veröffentlichung des Briefes unterzeichneten diesen über 8.700 Mitarbeiter. Ebenso haben die Amazon Employees for Climate Justice aufgedeckt, dass Amazon ein Institut unterstützt, dass Klimawandelleugnern nahesteht.


Mehreren der Amazon-Angestellten wurde daraufhin mit Kündigung gedroht, würden sie sich weiterhin öffentlich mit dem Konzern auseinandersetzen. Bei einer öffentlichen Kundgebung in Seattle protestierten am 28. Januar dann über 350 Mitarbeiter gegen die Praktiken von Amazon und die Drohungen gegenüber den Angestellten. In einem Medium-Blog fragen sie daher nun nach der Ankündigung des Bezos Earth Fund, ob Jeff Bezos auch als Gründer von Amazon „echte Führung“ beweisen und in seinem Unternehmen ebenfalls den Kampf gegen den Klimawandel angehen wird.

Michael Förtsch

Michael Förtsch

Leitender Redakteur

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