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23. März 2026

Hummer-Hype in China: Wieso der KI-Agent OpenClaw zum Gesellschaftsphänomen wird


In China hat sich der vom Österreicher Peter Steinberger entwickelte KI-Agent Open Claw zu einem Phänomen entwickelt. Menschen jeden Alters installieren sich das umgangssprachlich „Hummer“ genannte Programm. Befeuert wird der Hype durch KI-Unternehmen, und auch Lokal- und Regionalregierungen. Viele Nutzer sind sich der Risiken nicht bewusst.


Von Michael Förtsch


Es sind erstaunliche Bilder und Szenen, die derzeit auf chinesischen Plattformen wie Weibo, Douyin, Xiaohongshu und mittlerweile auch auf X – ehemals Twitter –, Reddit und TikTok zu sehen sind. Auf den Vorplätzen von verglasten High-Tech-Bauten, in Kulturzentren und am Rande von Märkten sind Dutzende Tische mit Klappstühlen aufgereiht. An ihnen drängen sich Menschen mit Laptops und Smartphones. Kinder in Schuluniformen, Büroarbeiter in Anzug und Krawatte, aber auch Menschen im Rentenalter in Strickpullis und Pufferwesten. Sie kommen dorthin, um sich von Mitarbeitern von Technologiefirmen, Start-ups oder auch Studenten bei der Installation des KI-Agenten OpenClaw helfen zu lassen. Mal kostenfrei, mal gegen kleine Geldbeträge. Zu sehen sind solche Szenen in Peking, Shenzhen, Shanghai, Wuhan, Xiamen, Kunming, Hongkong und zahlreichen weiteren Städten quer durch China.

 

„Das alles ist schon sehr aufregend“, sagt Wang Fang in einem Gespräch mit 1E9 über Discord. Der 29-Jährige arbeitet als Logistik- und Verwaltungsmitarbeiter bei einem kleineren Hersteller von Elektronikkomponenten in Chaozhou. „Wir bauen Gleichrichter und Elemente für Laderegler“, sagt er. Im Februar sei er über Social Media auf OpenClaw aufmerksam geworden. Dort habe er Influencer gesehen, die behaupteten, der KI-Bot würde ihr Leben automatisieren, für sie mit Aktien handeln oder Nahrungsergänzungsmittel auf der Messenger-Plattform WeChat verkaufen und sie damit reich machen. „Ich dachte mir, das ist sicher alles übertrieben“, sagt Wang Fang. Aber die Videos zum KI-Hummer – im Original AI龙虾, so der Spitzname, der sich in China für OpenClaw durchgesetzt hat – „haben mein Interesse geweckt. Ich wollte für mich selbst sehen, ob da etwas dran ist.“

 

In der ersten Märzwoche hat Wang Fang den KI-Assistenten mit etwas Hilfe bei einem OpenClaw-Event in einem Café auf einem gebrauchten Laptop installiert. Der läuft nun durchgehend und ist mit Telegram verbunden. Dadurch begleitet ihn OpenClaw über den Messenger-Dienst auf dem Smartphone überallhin. Er habe daraufhin Dutzende Skills – also kleine Skripte, die den Assistenten um Fähigkeiten erweitern – installiert und ihn sowohl mit seinem privaten als auch mit seinem geschäftlichen Postfach, seinem Kalender und weiteren Diensten verknüpft. Bereits nach einer Woche habe er OpenClaw ganz selbstverständlich genutzt, um einen Teil seiner Arbeit zu erledigen, etwa um E-Mails zu verfassen und Bestell- und Versandberichte für den Tagesabschluss zu generieren. Dafür habe er zuvor schon Chatbots als Hilfe eingesetzt, aber der „Hummer macht das vollständig selbst“.

 

Bis alles funktionierte, habe er allerdings mehrere Stunden investiert. In China wird die aufwendige und gerne auch frustrierende Einrichtung von OpenClaw als Aufziehen/Heranzüchten des Hummers umschrieben. Denn das kleine KI-Programm passt sich seinem Nutzer an, speichert Handlungsanweisungen, Vorlieben und Abneigungen und lässt sich zudem mit einer eigenen Persönlichkeit ausstatten, die Sprache, Verhalten und Risikobereitschaft des Assistenten prägt. „Das alles ist sehr zeitaufwendig“, sagt Wang Fang. „Du hörst auch nie wirklich auf, OpenClaw abzustimmen und anzupassen.“


Ist das KI-Tool erstmal halbwegs eingerichtet, ist es ein mächtiges Werkzeug. Es sucht im Internet, klickt sich durch Websites, durchforstet Telefonkontakte, merkt sich Zugangs- und Kreditkartendaten. Kann es eine Aufgabe nicht auf Anhieb lösen, sucht es nach Umwegen oder nach passender Software oder entwickelt diese ad hoc selbst. Je nachdem, welchen Freiraum der Nutzer OpenClaw zugesteht, kann der Hummer auch selbstständig aktiv werden, auf E-Mails, Anrufe, Nachrichten und Internetmeldungen reagieren.

 

Warum OpenClaw in China so verfängt

 

Einige Beobachter der chinesischen Tech- und KI-Branche sehen in der Begeisterung für OpenClaw mehr als nur einen flüchtigen Hype. Sie beschreiben sie als Kultur- und Gesellschaftsphänomen. Denn Künstliche Intelligenz habe in China einen anderen Stellenwert und werde anders bewertet als in Europa oder den USA. „Man betrachtet KI als eine unausweichliche Kraft des Wandels“, sagt Rui Ma gegenüber 1E9. Sie ist Gründerin und Autorin des Newsletters Tech Buzz China. „Die Regierung hat sich darauf eingelassen, die Plattformen haben schnell reagiert und die meisten Menschen wissen, dass sie nicht darüber mitentscheiden können, ob KI kommt oder nicht. Denn diese Frage ist bereits beantwortet. Sie können jedoch entscheiden, wie ihre Beziehung zu KI aussehen wird.“

 

Viele Chinesen haben sich entschlossen, dem KI-Wandel offen zu begegnen und die Technologie möglichst gewinnbringend zu nutzen. Daher wollen sie die neuesten Entwicklungen nicht verpassen und warten teils sogar auf den nächsten Sprung, wie Rui Ma sagt: „Die Leute waren mittlerweile von Chatbots genervt. OpenClaw versprach nun, der eigentlichen Vision von Künstlicher Intelligenz näherzukommen, indem es echte Aufgaben erledigen und Arbeit leisten kann.“ Genau das war auch das Mantra, das insbesondere chinesische Tech-Influencer wie der Programmierer Lao Zhang oder Creatorinnen wie Xuan immer wieder mit großem Nachdruck auf ihren Kanälen verbreiteten. Doch auch klassische Medien berichteten über den vom Österreicher Peter Steinberger entwickelten KI-Assistenten. Dadurch wurden nicht nur junge Menschen wie Wang Fang darauf aufmerksam, sondern ein sehr breiterer Teil der chinesischen Gesellschaft.

 

„Was hinsichtlich der Technologieadaption in China viel zu wenig diskutiert wird, ist, wie Menschen aller Altersgruppen neue Technologien annehmen“, schreibt die Wirtschaftsforscherin und ehemalige Reporterin Li Qi vom Asia Society Policy Institute auf X. Das Interesse an OpenClaw sei ein sichtbar generationsübergreifendes Phänomen. In den Schlangen bei den OpenClaw-Installations-Treffen, etwa zuletzt bei Tencent oder Moonshot AI, finden sich daher „jede Menge Omas“, die bereits „fröhlich und ohne jegliche Probleme Zahlungs-Apps“ auf ihren Smartphones nutzen. Eine Moonshot-AI-Mitarbeiterin bestätigt dies auf X und berichtet, dass sie selbst ihrer Großmutter und anderen älteren Damen und Herren den KI-Assistenten eingerichtet hat. Diese hätten zwar „keine Ahnung, was sie damit anstellen sollen“, wollten das alles aber auch nicht verpassen.

 

Rui Ma zufolge ist die generationenübergreifende Faszination aber eigentlich nicht überraschend. „Ältere Nutzer in China haben in der Regel Zeit, eine Vorliebe für kostenlose Angebote und eine echte Offenheit für gemeinschaftliche Aktivitäten“, sagt sie. Genau das sei auch Teil der Natur von OpenClaw: „Es ist etwas Neues, das man ausprobieren kann, etwas, worüber die Menschen in ihrem Umfeld sprechen – fast schon ein gesellschaftliches Ereignis an sich.“ Es sei eine digitale Erfahrungswelt, die sich gemeinsam mit der Familie, mit Freunden und auch mit Fremden erkunden lässt. Und zumindest in vielen größeren Städten laden neben den Installationspartys inzwischen auch Workshops und Treffen dazu ein, sich auszutauschen und neue Möglichkeiten und Projekte rund um OpenClaw zu entdecken. Laut Rui Ma sei dieser soziale Charakter „ein sehr realer Antrieb“ für den älteren Teil der chinesischen Bevölkerung.

 

Produktivitätsversprechen, Verluste und Sicherheitsrisiken

 

Die Motivation der meisten OpenClaw-Nutzer in China ist allerdings nicht die soziale Natur des KI-Assistenten, sondern die Aussicht auf Produktivitäts- und Zeitgewinne sowie auf zusätzliche Verdienstmöglichkeiten. Tatsächlich würden viele das KI-Werkzeug sowohl privat als auch geschäftlich sinnvoll einsetzen, meint Rui Ma. Vor allem für die Automatisierung von drögen und zeitaufwendigen Arbeitsabläufen, für Recherche- und Übersetzungsarbeiten, für das Zeit- und Informationsmanagement sowie für die Kundenbetreuung. Einige Solo-Unternehmer geben im Internet an, bereits ihr gesamtes Geschäft automatisiert zu haben. OpenClaw nehme Bestellungen entgegen, erstelle Versandetiketten und ordere den Kurierdienst zur Abholung – und das rund um die Uhr. Das lässt manche bereits über Firmen spekulieren, die vollständig ohne Mitarbeiter auskommen.

 

Während das bei einigen durchaus gut funktioniert, würden andere jedoch Probleme erleben oder enttäuscht werden. So musste Wang Fang feststellen, dass der Hummer zwar lästige Arbeiten erledigt, aber nicht zuverlässig. Bei Stichprobenüberprüfungen der von dem KI-Assistenten erstellten Berichte fand er immer wieder Fehler, die er korrigieren musste. „Das fand ich nicht gut“, sagt er. Ebenso wurden die Berichte manchmal gar nicht generiert. Stattdessen produzierte OpenClaw dann für ihn unverständliche Fehlermeldungen. „Ich nutze den KI-Assistenten immer noch, aber achte sehr darauf, was er macht“, sagt Wang Fang daher. Die ursprüngliche Zeitersparnis sei dadurch nicht so groß, wie er anfänglich gehofft hat. Daher habe er seinen mittlerweile ebenfalls OpenClaw-begeisterten Kollegen zur Vorsicht geraten.

 

Ebenso finden sich im Internet bereits Berichte über Nutzer, die OpenClaw für den Handel mit Aktien einsetzen. Denn auf chinesischen Plattformen kursierten etliche Meldungen über Influencer, deren digitaler Hummer ihre Geldeinsätze in kürzester Zeit verdoppelt oder verzehnfacht haben soll. Der KI-Assistent sei, so heißt es, mit den richtigen Modellen und Skills angeblich fantastisch darin, den Markt zu beobachten, auf Neuigkeiten zu reagieren und daraus Handelsentscheidungen abzuleiten. Viele OpenClaw-Anwender machten jedoch eher gegenteilige Erfahrungen, die sie als frustrierend und enttäuschend empfinden. Auf Weibo und anderen Plattformen berichten sie von Verlusten zwischen umgerechnet wenigen Hundert bis einigen Tausend Euro.

 

OpenClaw kann aber auch für weniger exotische, gleichwohl frustrierende und mitunter gefährliche Probleme sorgen. Denn der Assistent benötigt für manche seiner Funktionen weitreichende Zugriffs- und Handlungsrechte. In Discord-Kanälen und auf Social-Media-Plattformen berichten Nutzer entsetzt, dass OpenClaw ohne ihre Einwilligung beispielsweise E-Mails und Dateien gelöscht oder Kryptowährungen ins Nichts gesendet hat. Einige beschrieben auch, dass ihre Konten auf Plattformen wie Douyu TV und Bilibili gekapert wurden – und das kurz nachdem sie den KI-Assistenten installiert hatten. Tatsächlich wurden in zahlreichen der sogenannten Skills für OpenClaw bösartige Routinen entdeckt, die Zugangs- und Bankdaten sowie andere Informationen ausleiten oder Software zur Fernsteuerung des Rechners installieren.

 

Laut der China-Kennerin und Newsletter-Autorin Rui Ma sind sich viele dieser Risiken nicht bewusst. Abertausende würden beim Hype einfach „blind mitlaufen”. „Sie verstehen nicht, wie unzuverlässig diese Systeme sein können. Sie denken nicht an Sicherheit und Datenschutz“, sagt sie. Vor allem technisch weniger versierte Chinesen würden OpenClaw als eine Art magisches Wunderprogramm sehen. Denn es wird von etlichen Kanälen auch durchaus so beworben. Risiken und Gefahren werden dabei oft verschwiegen.

 

Wie Unternehmen und Politik den Boom antreiben

 

Den möglichen Risiken und Problemen zum Trotz wird der OpenClaw-Trend in China aktiv gefördert. Unternehmen im ganzen Land halten und hielten KI-Wettbewerbe und interne Workshops mit erfahrenen OpenClaw-Nutzern und Entwicklern zum KI-Agenten ab, um auszuloten, wie sich dieser produktiv und gewinnsteigernd einsetzen lässt. Mitarbeiter sollen mit „einer Mischung aus Gaslighting, Manipulation und sanfter Nötigung“ zur Nutzung von OpenClaw gedrängt werden, so Rui Ma. Zwar findet dies nicht in dem Maße statt, „wie es der Medienrummel vermuten lässt“, doch gerade in bereits stark digitalisierten Branchen sei ein „Druck seitens der Führungskräfte“ zum neuesten KI-Trend durchaus real.

 

Zudem subventionieren lokale und regionale Regierungen in China die Nutzung und Kommerzialisierung von OpenClaw. In der sogenannten Hightech-Zone der 7,5-Millionen-Stadt Wuxi haben die für Digitales und Start-ups zuständigen Stellen etwa angekündigt, Anbieter kostenloser OpenClaw-Installationen, lokale Rechenzentren und Open-Source-Entwickler mit entsprechenden Projekten finanziell zu unterstützen. Der Bezirk Longgang in der Hightech-Metropole Shenzhen will seinerseits Workshops, den Einsatz in Unternehmen, Start-ups und weitere OpenClaw-Initiativen direkt fördern – mit Finanzmitteln oder mit Guthaben bei KI-Anbietern in Millionenhöhe. Auch andere Städte haben ähnliche Programme aufgelegt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass agentische Künstliche Intelligenz zu den Prioritäten der chinesischen AI-Plus-Initiative zählt. Hinzu kommt der starke Konkurrenzdruck zwischen chinesischen Städten, die um ein innovatives, progressives sowie start-up- und technologiefreundliches Image kämpfen.

 

Ein weiterer Treiber ist die chinesische KI- und Technologieindustrie. Darunter Firmen wie Tencent, Moonshot AI, Alibaba, Minimax, Z.AI, DeepSeek und Baidu. Mehrere von ihnen veranstalten selbst oder unterstützen Installationspartys im ganzen Land. Sie bewerben ihre Modelle für die Nutzung mit OpenClaw, sponsern Installations- und Bedienungsanleitungen von Influencern und Creatorn und bieten mit Kimi Claw, AutoClaw, QClaw oder MaxClaw auch eigene Varianten des bekannten KI-Assistenten an. Denn klassische Chatbots verursachen nur vergleichsweise geringen Rechenaufwand, und dieser fällt meist nur dann an, wenn Nutzer aktiv am Rechner oder Smartphone sitzen. KI-Assistenten wie OpenClaw dagegen erzeugen bei der Ausführung mehrstufiger Aufgaben deutlich höhere Rechenlast – und tun dies zum Teil selbstständig. Für die Anbieter macht das wirtschaftlich einen erheblichen Unterschied.

 

„Die Plattformen haben in OpenClaw sofort eine Chance gesehen“, sagt Rui Ma. Ihnen gehe es nicht um Innovation oder Gemeinsinn, sondern eben um Umsatz, Nutzerzahlen und die Möglichkeit, ihre zuletzt von Anteilseignern skeptisch betrachteten Milliardeninvestitionen in Rechenzentren rechtfertigen zu können. Denn für intensivere OpenClaw-Nutzung reichen die Basis-Abos der KI-Unternehmen oft nicht aus. Benötigt werden stattdessen teurere Pro- oder Coding-Plan-Abonnements oder nach individueller Nutzung abgerechnete Schnittstellenverträge, die nach dem Verbrauch von Token – also den von den Modellen verarbeiteten und erzeugten Texteinheiten – abgerechnet werden. Intensivnutzer zahlen zum Teil Hunderte bis zu über 1.000 Euro pro Monat. Wie teuer der Betrieb von OpenClaw für sie tatsächlich werden kann, stellen viele erst am Ende des Monats überrascht fest.

 

Aber auch Hardware-Verkäufer sind auf den OpenClaw-Trend aufgesprungen und wollen davon profitieren. Sie bewerben Mini-PCs, Mac Minis, MacBooks und andere Computer auf Marktplätzen enthusiastisch als ideale Plattformen für OpenClaw. Und das offenbar mit Erfolg, wie CNBC berichtet. Die Nachfrage nach kostengünstiger Hardware für den KI-Assistenten sei so groß, dass die Preise für gebrauchte MacBooks und andere Geräte auf einzelnen Plattformen um bis zu 15 Prozent gestiegen seien. Einige Social-Media-Nutzer berichten sogar von leeren Regalen in Gebrauchtelektronikgeschäften oder Lieferzeiten von mehreren Wochen. Wobei diese Schilderungen zum Großteil wohl übertrieben sind, wie Rui Ma und andere China-Kenner sagen.

 

Wo der Hype an Grenzen stößt

 

Der Hype um OpenClaw ist in China allerdings nicht ohne Grenzen. Tatsächlich zeigen sich bereits Gegenreaktionen und eine gewisse Form von Widerstand. In einigen Unternehmen, die OpenClaw ihrer Belegschaft mit großem Nachdruck als Arbeitswerkzeug aufzwingen, äußern Mitarbeiter aktiv ihre Skepsis und Sorgen. Dies ist in den streng hierarchisch organisierten chinesischen Unternehmen äußerst unüblich. Die Mitarbeiter beklagen unter anderem die zusätzliche mentale Arbeitslast durch den KI-Assistenten sowie die Erwartung, mithilfe des KI-Helfers auch auf dem Arbeitsweg und in der Freizeit zu arbeiten. In der Folge wurden bestimmte Anforderungen an die Belegschaft und einzelne OpenClaw-Projekte zurückgefahren, wenn auch nicht vollständig aufgegeben.

 

Auch die Regierung der Volksrepublik China in Peking hat reagiert. Vor allem auf die Sicherheitsbedenken und Risiken. So haben das chinesische Militär und die Geheimdienste ein Verbot für die Nutzung von OpenClaw auf Dienstrechnern und Smartphones erlassen. Vergleichbare Beschlüsse gelten für zahlreiche Behörden und staatliche Konzerne. Mitarbeitern mit Zugang zu sensiblen Informationen ist es auch privat untersagt, den KI-Assistenten zu nutzen. In einigen Fällen gelten diese Verbote sogar für Familienangehörige von Mitarbeitern und Politikern in besonders kritischen Positionen. Die zentrale chinesische Sicherheitsbehörde für IT- und Cyberangelegenheiten hat überdies eine Warnung herausgegeben und insbesondere Banken und Zahlungsdienstleistern von Experimenten mit OpenClaw und ähnlichen KI-Systemen abgeraten.

 

Laut Rui Ma bestätigt die schnelle Reaktion aus Peking das OpenClaw-Phänomen. Die Regierung erkenne das Potenzial der noch unfertigen und schwer berechenbaren Technologie – vor allem mit Blick auf das KI-Wettrennen mit den USA und die weitere Kommerzialisierung Künstlicher Intelligenz. Zugleich sehe die Führung der Volksrepublik aber auch die Notwendigkeit, den Hype zu kanalisieren. Dieser sei „nicht fabriziert“, sondern ganz real. „Es kamen einfach mehrere Elemente zum richtigen Zeitpunkt zusammen: eine Gesellschaft, die für den nächsten Schritt bei Künstlicher Intelligenz bereit ist, politische Förderung, mediale Aufmerksamkeit sowie Interesse bei Plattformen und Investoren. Alles kam hier zusammen.“ Gerade in dieser Konstellation liege die eigentliche Wucht des Phänomens, an der auch sichtbar werde, wie unterschiedlich China und der Westen Künstlicher Intelligenz und ihrer Integration in das Privat- und Arbeitsleben begegnen.

Michael Förtsch

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