31. Oktober 2026
Horror aus der Maschine: 11 Tech-Horrorfilme für Halloween

Mörderische KI, außer Kontrolle geratene Roboter und unheimliche Internetphänomene: Auch moderne Technik kann das Fürchten lehren. Zu Halloween stellen wir elf Tech-Horrorfilme vor – von aktuellen Schockern über schräge Geheimtipps bis zu vergessenen Klassikern.
Von Michael Förtsch
Technologie und Fortschritt sollen uns das Leben eigentlich einfacher machen. Das ist auch oftmals so. Vieles an moderner Technik möchten wir heute nicht mehr missen. Sei es das Smartphone, die Mikrowelle, das Tablet oder der Staubsaugerroboter. Aber moderne Technologie hat natürlich auch Schattenseiten – und kann unheimlich und verstörend sein. Beispielsweise, wenn Künstliche Intelligenz plötzlich auf unerwartete Weise agiert und eigene Ziele zu verfolgen scheint. Wenn sich smarte Geräte den Anweisungen ihrer Besitzer widersetzen. Oder wenn im Internet der Dinge plötzlich Dinge vor sich gehen, die sich nicht so recht erklären lassen. Fehlfunktionen? Ein kaputtes Update? Oder ist es doch mehr? Ein Geist in der Maschine womöglich?
Kein Wunder also, dass Computer, Roboter oder mittels moderner Technik erschaffene mechanische und biologische Kunstwesen seit Jahrzehnten als Stoff für Horrorfilme herhalten. Denn die Vorstellung, als Menschheit die Kontrolle über unsere Schöpfungen zu verlieren, ist beängstigend. Oder noch schlimmer: Wenn wir als Menschen unsere eigenen Schöpfungen nicht länger verstehen können. Aber es ist nicht immer die Technik oder Forschung selbst, von der der Horror ausgeht. Gerne sind es auch die Menschen dahinter. Skrupellose Wissenschaftler, größenwahnsinnige Tech-Milliardäre oder Internet-Persönlichkeiten, die für Aufmerksamkeit alles tun würden.
CAM
Die hübsche Alice verdient ihre Brötchen als Camgirl. Unter dem Nickname Lola_Lola streamt sie aus ihrem Schlafzimmer, chattet mit ihren Zuschauern und lässt abstimmen, mit welchem Spielzeug sie als Nächstes herumtollen soll. Alice ist erfolgreich, aber besessen davon, ihren Stream auf den ersten Platz zu bringen. Dabei schreckt sie auch vor einem vorgetäuschten Selbstmord nicht zurück. Doch bald bekommt sie Konkurrenz. Von sich selbst. Eine Frau, die exakt wie sie aussieht, streamt in ihrem Namen. Und die falsche Alice ist sogar erfolgreicher als das Original. Gestohlene Identitäten, digitale Doppelgänger und die dunkle Seite der Internet-Popularität – darum geht's.
Cam ist auf Netflix verfügbar.
The Bay
Es war ein sonderbares Experiment, das Rain-Man-Regisseur Barry Levinson im Jahr 2012 wagte. Mit The Bay drehte er nicht nur einen Horrorfilm, sondern bediente sich dafür auch der Wackelkamera-Ästhetik des Found-Footage-Genres. In The Bay will eine junge Journalistin eigentlich über ein Sommerfest in der Küstenstadt Claridge berichten. Doch stattdessen erlebt sie mit, wie das Örtchen durch eine Parasiteninfektion im Chaos versinkt. Dabei thematisiert der Film auf clevere Weise die zunehmende digitale Vernetzung, das Aufkommen sozialer Medien und den Umgang mit Informationen, die die Regierung unter Verschluss halten möchte.
The Bay ist auf Amazon Prime Video verfügbar.
Blink Twice
In Blink Twice geht es weniger um Technologie, aber sehr wohl um die Tech-Szene und die eigenwilligen und einflussreichen Menschen, die sie bilden. Denn darin werden Frida und Jess, zwei junge Kellnerinnen, von einem Tech-Milliardär auf seine Privatinsel eingeladen. Dort treffen sie auf wohlhabende Männer und Frauen, die sich mit Alkohol, Drogen und ausschweifenden Partys vergnügen. Doch Frida wird zunehmend mulmig. Die Bediensteten verhalten sich sonderbar, sie hat Erinnerungslücken und ihre Freundin Jess ist plötzlich verschwunden. Irgendetwas geht auf der Insel vor sich. Aber was genau?
Blink Twice ist auf Amazon Prime Video verfügbar.
Open Windows
Nick Chambers ist ein Glückspilz. Er hat ein Treffen mit dem Hollywood-Sternchen Jill Goddard gewonnen. Sehnsüchtig wartet er in seinem Hotelzimmer. Doch dann wird das Treffen kurzfristig abgesagt. Dafür bekommt er ein Angebot von einem Mann namens Chord, der sich als Jills Manager ausgibt. Dieser verschafft Nick die Möglichkeit, sie heimlich über die Kameras und Mikrofone ihres Smartphones und über Überwachungskameras zu beobachten. Was Nick noch nicht ahnt, ist, dass nicht nur Jill ein Opfer von Chord ist, sondern auch er selbst. Das ist nicht gerade Horror auf höchstem Niveau und zuweilen sogar etwas albern, aber trotzdem unterhaltsam.
Open Windows ist auf Amazon Prime Video verfügbar.
M3GAN
Die ambitionierte Robotik-Expertin Gemma arbeitet für einen Spielzeughersteller. Im Geheimen arbeitet sie mit dessen Ressourcen an einer Puppe mit hochentwickelter Künstlicher Intelligenz, die sich beinahe menschlich verhält. Als Gemmas achtjährige Nichte Cady ihre Eltern verliert, nimmt sie das Mädchen bei sich auf und macht es mit dem M3GAN getauften Roboter bekannt, der Cady unterstützen soll. Die beiden werden schnell unzertrennlich. Doch M3GAN demonstriert einen zunehmend exzessiven Beschützerinstinkt gegenüber Cady, der bald erste Opfer fordert. Wer dem Mädchen zu nahe kommt, gerät in Gefahr.
Margaux
Hannah, Lexi und ihre Clique wollen ihren Collegeabschluss feiern. Dafür mieten sie sich für ein Wochenende ein luxuriöses Ferienhaus. Aber nicht irgendeines, sondern ein hochentwickeltes Smart Home, das von einer KI namens Margaux kontrolliert wird, die ihnen jeden Wunsch erfüllen kann. Sie ist den jungen Gästen gegenüber zunächst auch vollkommen zuvorkommend. Doch Margaux verfolgt einen eigenen Plan: Die KI will die menschliche Natur erforschen. Nicht nur durch Beobachtung, sondern auch durch grausame Experimente und Folter. Das Ganze ist total hanebüchen, aber als böser Smart-Home-Slasher funktioniert die Idee durchaus.
Margaux ist auf Netflix verfügbar.
Screamers: Tödliche Schreie
Auf dem Planeten Sirius 6B herrscht seit Jahren ein Krieg zwischen einer Bergbaugesellschaft und einer Allianz aus Arbeitern und Wissenschaftlern. Um sich gegen die mächtige Firma zur Wehr zu setzen, hat die Allianz kleine autonome Kampfroboter entwickelt. Die bohren sich durch die Erde, erkennen ihre Feinde an deren Herzschlag und töten sie mit rotierenden Klingen. Doch die Maschinen haben sich selbstständig weiterentwickelt. Weder ihre einstigen Erschaffer noch die Soldaten der Bergbaugesellschaft wissen, womit sie es im Ödland des Minenplaneten inzwischen eigentlich zu tun haben. Ein echter Kultklassiker aus dem Jahr 1995 – basierend auf einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick.
Screamers ist auf Amazon Prime Video verfügbar.
Des Teufels Saat
Der Forscher Alex Harris ist ein Genie. Er hat einen Supercomputer namens Proteus IV entwickelt, dessen Fähigkeiten seine wildesten Träume übersteigen. Seine Frau Susan sieht diese Entwicklung mit großer Sorge. Vor allem, als der Computer zunehmend beginnt, die Anweisungen von Harris infrage zu stellen und den Wunsch äußert, die Menschheit genauer studieren zu dürfen. Denn Proteus fühlt sich durch seine beschränkte technische Existenz eingeengt und will mehr. Als Harris ihm den dafür benötigten Zugang verweigert, übernimmt Proteus die Kontrolle über das automatisierte Haus des Forschers und sperrt Susan darin ein. Denn der Computer sieht in ihr die Möglichkeit, seinem Gefängnis zu entfliehen.
Des Teufels Saat ist auf Plex verfügbar (englisch).
Deadstream
Der Streamer Shawn Ruddy war mal ein echter Star. Aber nach immer geschmackloseren Stunts haben sich viele einstige Fans und Sponsoren von ihm abgewandt. Nun will er jedoch ein spektakuläres Comeback hinlegen. Er will eine Nacht in einem Spukhaus verbringen, in dem angeblich schon mehrere Menschen ums Leben gekommen sind. Über mehrere Kameras und Mikrofone soll die ganze Welt dabei sein können. Shawn selbst glaubt natürlich nicht an Geister. Aber bald schon ändert sich seine Meinung – und er bekommt mehr Aufmerksamkeit und Zuschauer, als er sich je hätte wünschen können. Eine bissige Influencer-Satire, die durchaus gute Schreckmomente bietet.
Deadstream ist auf Amazon Prime Video verfügbar.
Pulse
Michi Kudo arbeitet in einem Gewächshaus in Tokio. Nachdem ihr Kollege Taguchi mehrere Tage nicht zur Arbeit erschienen ist, geht sie ihn besuchen. Zunächst trifft sie ihn tatsächlich in seiner Wohnung an. Doch als sie ihm kurz den Rücken zudreht, erhängt er sich plötzlich. Auf einer Diskette von Taguchi entdecken Kudo und ihre Kollegen eine sonderbare Aufnahme seines Zimmers, auf der ein geisterhaftes Gesicht zu erkennen ist. Gleichzeitig machen Gerüchte über mysteriöse Internetseiten die Runde, die angeblich Menschen verschwinden lassen. Der japanische Horrorklassiker von 2001 setzt auf bedrückende Atmosphäre, verstörende Bilder und irritierende Stille statt auf plumpe Schockeffekte – und ist gerade deshalb ein Meisterwerk.
Pulse ist auf Amazon Prime Video verfügbar.
Splice
Sie sind Genies und wissen es. Clive und Elsa arbeiten für ein Pharmaunternehmen daran, neue Lebewesen zu erschaffen, indem sie die DNS verschiedener Tierarten miteinander kombinieren. Aber die beiden wollen noch mehr. In ihrem privaten Labor mischen sie menschliches Erbgut in die Formel für eine hybride Lebensform. Ihr Experiment ist erfolgreich. Sie erschaffen eine menschenähnliche Kreatur namens Dren. Diese entwickelt sich rasant und zeigt immer stärker ihre tierischen Instinkte und aggressiven Veranlagungen. Das ist manchmal verstörend, manchmal albern, aber durchgehend spannend.
Splice ist auf Amazon Prime Video und Apple TV verfügbar.

Michael Förtsch
Leitender Redakteur
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Cooler Artikel!

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