Speichern Lieferroboter heimlich Gesichter?
28. Oktober 2026 um 11:30:48
Michael Förtsch
Immer häufiger sind in den USA kleine Lieferroboter unterwegs. Sie sind mit Kameras und Sensoren ausgestattet, die es ihnen ermöglichen, über Gehwege zu navigieren, Straßen zu überqueren und ihre Umgebung zu erfassen. Doch werden die Kameras womöglich auch für andere Zwecke genutzt? Das ist nun Gegenstand zweier Klagen im US-Bundesstaat Illinois. Darin werfen zwei Kunden den Unternehmen Coco Robotics und Serve Robotics vor, mit ihren Robotern ohne Einwilligung biometrische Daten zu erfassen, darunter Informationen über die Gesichts- und Handgeometrie. Die Daten sollen gespeichert und unter anderem für das Training von KI-Systemen genutzt werden. Ob die Vorwürfe zutreffen, ist allerdings unklar.
Allerdings bestätigt Coco Robotics, dass Mitarbeiter die Kamerabilder der Roboter live verfolgen. Die Aufnahmen können zudem gespeichert und später zu Sicherheits-, Wartungs- und Qualitätssicherungszwecken ausgewertet werden. Die Kläger argumentieren dabei, dass sie sich bei ihrer Bestellung nicht bewusst für eine Lieferung durch einen Roboter entschieden und auch nicht schriftlich in die Erhebung biometrischer Daten eingewilligt hätten. Beide Unternehmen weisen die Vorwürfe zurück. Coco Robotics bestreitet, in Chicago biometrische Daten gesammelt zu haben. Serve Robotics erklärt, seine Systeme seien nicht darauf ausgelegt, Menschen zu identifizieren oder biometrische Profile zu erstellen.


