Klage gegen Meta: Intime Smartglasses-Videos landen in Kenia
6. März 2026 um 04:16:08
Michael Förtsch
Das Facebook-Unternehmen Meta sieht sich mit schwerwiegenden Anschuldigungen und einer Sammelklage konfrontiert. Denn wie die beiden schwedischen Zeitungen Svenska Dagbladet und Göteborgs-Posten aufdeckten, lässt das Unternehmen schlecht bezahlte Digitalarbeiter in Kenia die von den gehypten Meta-Ray-Ban- und Oakley-Smartglasses aufgenommenen Videoinhalte auswerten und mit Stichworten und Inhaltsbeschreibungen annotieren. Dadurch können die Daten etwa zum Training von KI-Modellen genutzt werden. Vielen Kunden ist das offenbar nicht klar. Denn die Videos, die die Clickworker zu sehen bekommen, sind nämlich nicht selten sehr intim.
Laut der Recherche der beiden Zeitungen zeigen die Videos unter anderem Toilettengänge, sexuelle Interaktionen und klar erkennbare private Informationen wie Personal- und Bankdaten. Zwar sollen Gesichter automatisch verpixelt werden, doch dies funktioniere nicht zuverlässig. Am vergangenen Donnerstag wurde in San Francisco durch die Kanzlei Clarkson Law Firm bereits eine erste Klage gegen Meta eingereicht, die nicht nur die Verletzung von Privatsphäre und Datenschutz, sondern auch irreführende Werbung bemängelt. Denn die Smartglasses werden unter anderem mit den Worten „Designed for privacy, controlled by you“ beworben. Betroffene sind aufgefordert, sich der Klage anzuschließen.


