K-Pop-Stars sollen als KI-Klone weiterarbeiten.
6. November 2026 um 15:19:03
Michael Förtsch
Ein Artikel der New York Times sorgt in Südkorea für hitzige Debatten. In diesem berichten die Reporterinnen Sarah Hurtes und Jin Yu Young über die restriktiven und bereits häufig kritisierten Verträge für Künstler in der K-Pop-Industrie. Dabei war es erstmals einem Medium möglich, einen aktuellen Vertrag, in diesem Fall mit einem Mitglied der Girlgroup NewJeans, zu analysieren. In diesem verbietet der Musikverlag ADOR unter anderem „unangemessene Liebesbeziehungen“ und öffentliche Kritik an der Firma. Zudem werden das Recht auf Schulbildung und Ruhezeiten untergraben.
Brisant ist auch, dass die Künstlerinnen im Vertrag ihr Recht auf ihre Namen, ihr Aussehen und ihre Stimmen abgeben. Der Musikverlag behält sich vor, die Mitglieder der Band auch nach Vertragsende mittels KI zu klonen, mit ihren Stimmen weitere Musik zu produzieren, sie als KI-Klone in Videos auftreten zu lassen oder sie als virtuelle Chatbots zu vermarkten. Gegen diese und andere Teile des Vertrags führt die Girlgroup seit 2024 einen Rechtsstreit. Sie wirft ADOR Misshandlungen und Vertragsverletzungen vor und will sich vom Verlag trennen.


