Hunderttausende Bäume gefällt: Google in Finnland in der Kritik
25. Oktober 2026 um 20:58:02
Michael Förtsch
Das Suchmaschinen- und Werbeunternehmen Google könnte in Finnland in rechtliche Schwierigkeiten geraten. Der US-Konzern hat nahe der Stadt Muhos für den Bau eines Rechenzentrums mehr als 250.000 Bäume gefällt. Allerdings geschah dies ohne jegliche Genehmigung und ohne vorherige Umweltverträglichkeitsprüfung. Die Rodung soll unmittelbare Folgen gehabt haben. So soll Schmutzwasser in Flüsse und Bäche geflossen sein. Ebenso berichteten Einwohner umliegender Siedlungen davon, Wölfe und andere Wildtiere auf Straßen, in Gärten und auf Höfen gesichtet zu haben. Durch die massive Abholzung haben diese ihren Lebensraum verloren und wurden offenbar auch durch die Lautstärke der Arbeiten verschreckt.
Mittlerweile wurden die Bauarbeiten gestoppt und eine Untersuchung eingeleitet. Der finnische Google-Manager Antti Järvinen hat sich für die Rodung entschuldigt, erklärte jedoch, Google habe nach dem „damaligen besten Verständnis der Rechtslage“ gehandelt. Jedoch sorgen auch andere Projekte für Kritik in der Bevölkerung. Für den Bau eines weiteren Rechenzentrums nahe Otanmäki wurden 150.000 Bäume gefällt. In Petitionen werden nun strengere Regularien für Rechenzentren, härtere Strafen bei Umweltvergehen und Entschädigungen für Anwohner gefordert. Derzeit sind rund 145 Rechenzentren in Finnland in Planung.


