Die Verwendung von Hefe aus Brauprozessen könnte die Herstellung von Kulturfleisch günstiger machen
7. Januar 2026 um 03:54:53
Michael Förtsch
Bereits seit Jahren arbeiten Start-ups auf der ganzen Welt an Kulturfleisch, also Fleisch, das in einer Laborumgebung und in Bioreaktoren aus Zellen herangezüchtet wird, sodass keine Tiere dafür geschlachtet werden müssen. Dies gelingt jedoch nur mit wissenschaftlich beachtlichem, kommerziell aber eher durchwachsenem Erfolg. Ein Grund dafür ist, dass die synthetische Herstellung des Fleisches immer noch deutlich teurer ist als die klassische Tierhaltung. Forscher des University College London wollen nun jedoch ein Mittel gefunden haben, das dies ändert.
Laut den Forschern könnte die verwendete Brauhefe den Prozess vergünstigen. Denn Hefe begünstigt die Bildung von bakterieller Zellulose. Diese bietet offenbar ein gutes Gerüst für wachsende tierische Zellen, da sie die Strukturen der Zellkulturen stabilisiert. Hinzu kommt ein positiver Nebeneffekt. Die auf der Hefe gewachsenen tierischen Zellen entwickeln nämlich eine Struktur, die deutlich näher an jener von lebenden Tieren ist. Auf der Hefe wachsen offenbar auch Fibroblasten, jene Bindegewebezellen, die Haut und Muskeln Festigkeit und Elastizität verleihen, ziemlich gut.


