Anthropic hat Klage gegen die US-Regierung eingereicht
10. März 2026 um 08:12:45
Michael Förtsch
Nachdem sich das KI-Unternehmen Anthropic mit dem Pentagon zerstritten hat, wurde es auf Drängen des US-Verteidigungsministers Pete Hegseth zu einem „Lieferkettenrisiko“ erklärt. Bislang war diese Einstufung nur für ausländische Unternehmen vorgesehen, deren Produkte das Risiko bergen, die US-Infrastruktur oder die Verteidigungskapazitäten zu schädigen oder für Spionage benutzt zu werden. Das will das US-Unternehmen nicht akzeptieren und hat angekündigt, die Einstufung anzufechten. Denn das würde auch bedeuten, dass zahlreiche Zulieferer des US-Militärs und US-Behörden nicht mit den Claude-KIs arbeiten dürfen.
„Wir halten diese Maßnahme für rechtlich nicht haltbar und sehen keine andere Möglichkeit, als sie vor Gericht anzufechten“, so Anthropic-Chef Dario Amodei. Die entsprechende Klage wurde am Montag in Kalifornien eingereicht. „Die Verfassung erlaubt es der Regierung nicht, ihre enorme Macht einzusetzen, um ein Unternehmen für seine geschützte Meinungsäußerung zu bestrafen“, heißt es in der Klageschrift. Erste Rechtsexperten halten die Klage des KI-Unternehmens für berechtigt und durchaus aussichtsreich, sehen sie aber dennoch als riskant an.


